Ob Dampfmaschine, Zahnbürste oder Parlamentarismus — mit ihren Erfindungen waren die Briten dem Rest der Welt schon oft eine Nasenlänge voraus. Jetzt haben sie es erneut geschafft. Mit der Einführung des Spassministers (auf Englisch: «Her Majesty’s Principal Secretary of State for Foreign and Commonwealth Affairs») läuten sie ein neues Zeitalter ein.
Das Rezept ist einfach: Man schicke einen Blödel mit Wiedererkennungswert voraus, der lustige Sachen sagt, Leute beleidigt und ab und an mal einen Deutschen per Rugby-Tackle aus dem Weg räumt. Die eigentliche Arbeit – die Abwicklung des Brexit – lagert man an einen grauen Bürokraten mit einem fast überbürokratischen Namen aus. Boris Johnson hält seine blonde Mähne in die Kameras und blödelt rum, während sich David Davis durch die Akten wühlt. Alle gewinnen: Die Arbeit wird erledigt und niemand muss sich Sachen anhören wie: «Rire, c’est …», Sie wissen schon. Lustig wird’s. Die Amis haben’s sofort kapiert und nachgezogen. Letzte Woche haben sie Donald Trump zum Kandidaten für das «Präsidenten»-Amt gemacht. Oder besser: zum obersten Spassmacher nominiert.